Übersicht zum Projekt

Die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) stellte ein wichtiges Verhandlungsforum für das durch den Kalten Krieg geteilte Europa dar. Menschenrechte waren von Beginn an ein wichtiges Thema des 1973 begonnenen KSZE-Prozesses. Doch erst beim dritten KSZE-Folgetreffen in Wien (1986–1989) kann von einem Durchbruch im humanitären Bereich gesprochen werden. Die Verhandlungsatmosphäre hatte sich merklich verändert. Das Projekt untersucht die Auswirkungen dieses Wandels auf das Wiener Folgetreffen. Dabei werden sowohl die Eigendynamik des KSZE-Prozesses als auch externe Faktoren wie der Einfluss des Gorbatschow-Faktors und die Rolle von Menschenrechtsorganisationen in Betracht gezogen. In einem weiteren Schritt wird analysiert, wie Tageszeitungen das Wiener Folgetreffen aufgriffen und welche Akteure sich die Berichterstattung zu Nutze machten. Da ein Großteil der Akten aufgrund von Archivsperren bis vor kurzem nicht einsehbar waren, ist es das Ziel des Projekts, die humanitäre Dimension des dritten KSZE-Folgetreffens erstmals historiografisch aufzuarbeiten und zu analysieren.

Quellen

Archivbestände
Analyse von Akten, die bisher teilweise aufgrund von Archivsperren nicht einsehbar waren.
Oral History
Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, anhand derer Bewertungen, Einstellungen und Stimmungslagen ermittelt werden können, die sich aus schriftlichen Überlieferungen nicht erschließen lassen.
Medien
Wahrnehmung und Deutung der Entwicklungen in Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen.